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Die Zuständigkeit und die Hauptfinanzierung für überbetriebliche Lehrausbildung in der Region liegen von jeher beim Bund und dem Arbeitsmarktservice. Es liegt schlichtweg nicht in der Hand des Landes, wenn Verträge zwischen dem AMS und „Jugend am Werk“ auslaufen und regulär neu ausgeschrieben werden müssen. Das Land Burgenland hat hier keinerlei rechtliche oder vergabebezogene Eingriffsmöglichkeiten, auch wenn das scheinbar in der ÖVP-Welt als normal angesehen wird, sich rechtliche Vorgaben zurecht zu biegen. „Es ist billige Augenauswischerei der ÖVP, so zu tun, als könnte das Land bundesrechtliche Vergabeverfahren oder AMS-Verträge per Dekret steuern. Die rechtlichen und finanziellen Spielregeln werden im Bund gemacht – dort sitzen auch die Verantwortlichen für diesen Engpass“, stellt Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann klar.
„Statt permanent andere in die Pflicht zu nehmen und Schauduelle zu inszenieren, wäre die Zeit der ÖVP deutlich besser genutzt gewesen, wenn sie ihre eigenen Kontakte zum AMS genutzt hätte, um die Ausbildung bei ‚Jugend am Werk‘ aktiv abzusichern. Wer politische Kontakte hat, sollte sie für die Region einsetzen und nicht für billiges Kleingeld im Burgenland.“
„Dass Verträge auslaufen, bedeutet zudem keineswegs, dass ‚Jugend am Werk‘ bei einer Neuausschreibung des AMS, die gerade läuft, nicht wieder zum Zug kommen. Es ist davon auszugehen, dass sich „Jugend am Werk“ als verlässlicher Partner erneut um diese Maßnahme des AMS bemühen und an der Neuausschreibung teilnehmen wird“, ergänzt Schneemann.
Dennoch nimmt das Land die Verantwortung für die betroffenen Jugendlichen wahr. Die Sicherung der Fachkräfteausbildung im Südburgenland und die Schaffung verlässlicher Zukunftsperspektiven stehen dabei an oberster Stelle. „Für uns ist völlig klar: Die Fachkräfteausbildung hat für das gesamte Südburgenland einen enorm hohen Stellenwert, und ‚Jugend am Werk‘ leistet hier seit Jahren einen außerordentlich wichtigen arbeitsmarktpolitischen Beitrag“, betont Schneemann.
„Wer für die budgetäre Notlage im Bund hauptverantwortlich ist, sollte sich mit Ratschlägen zurückhalten. Die ÖVP sollte ihre Energie lieber darauf verwenden, bei ihren Parteifreunden für die Absicherung von notwendigen Ausbildungsmaßnahmen beim AMS einzutreten. Wir lassen die burgenländische Jugend nicht im Regen stehen und garantieren ihnen über starke Alternativen den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben“, so Schneemann abschließend.
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Strobl: Soziale Kälte statt Unterstützung – Doskozil lässt Jugend am Werk im Stich
Utl: Kündigungen und drohendes Aus der Lehrwerkstätte in Rotenturm. Nicht nur bei der ÖVP schrillen die Alarmglocken. Volkspartei fordert sofortiges Handeln.
Der heutige Bericht der Kronen Zeitung über das drohende Aus von Jugend am Werk in Rotenturm lässt die Alarmglocken schrillen und zwar nicht nur bei der Volkspartei. Sechs Ausbildner haben laut Bericht ihre Kündigung erhalten. Damit stehen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch wichtige Ausbildungschancen für junge Menschen auf dem Spiel. ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl sieht darin ein alarmierendes Signal und kritisiert die Entwicklung als Ausdruck sozialer Kälte.
„Wir warnen bereits seit März vor dieser Entwicklung. Jetzt werden Mitarbeiter gekündigt und die Zukunft junger Menschen aufs Spiel gesetzt. Wenn ausgerechnet bei der Ausbildung und den Chancen unserer Jugend gespart wird, ist das ein Zeichen sozialer Kälte. Gerade jene jungen Menschen, die Unterstützung und Perspektiven brauchen, dürfen nicht im Stich gelassen werden“, kritisiert Strobl.
Besonders scharf kritisiert Strobl LH Doskozil: „Bei seinem Besuch hat Doskozil Jugend am Werk noch gelobt und die Unterstützung des Landes betont. Jetzt steht die Einrichtung vor dem Aus. Wo bleibt diese Unterstützung? Große Ankündigungen machen und dann wegschauen, wenn es ernst wird, ist keine verantwortungsvolle Politik. Soziale Verantwortung zeigt sich nicht bei Fototerminen, sondern wenn Menschen tatsächlich Hilfe brauchen.“
„Unsere Betriebe suchen dringend Fachkräfte, gleichzeitig soll eine bewährte Ausbildungsstätte zugesperrt werden. Das ist widersprüchlich und trifft vor allem jene jungen Menschen, die auf solche Ausbildungsangebote angewiesen sind. AMS und die rot/grüne Landesregierung dürfen sich nicht länger hinter Zuständigkeiten verstecken. Doskozil und Schneemann müssen endlich handeln und gemeinsam mit dem AMS den Erhalt von Jugend am Werk in Rotenturm sicherstellen“, fordert Strobl.
„Bei der Zukunft unserer Jugend darf es keine soziale Kälte und keine Ausreden geben. Jeder junge Mensch verdient eine faire Chance auf Ausbildung und ein selbstbestimmtes Leben“, so Strobl abschließend. |